5.Oktober 2018 die Premiere von  Folge 4 im Deutsch-Jüdischen Theater

 

Projektbeschreibung

„Shalom – Salam: wohin?“ ist ein Theaterstück, das seit 2015 jährlich in Kooperation des Fördervereins für deutsch-jüdische Theatervorstellungen e.V. mit Berliner Jugendlichen christlicher, jüdischer und muslimischer Prägung entsteht. Konzipiert ist die Reihe auf fünf Jahre. Das Stück reagiert jährlich auf die jeweils aktuelle Situation in Deutschland, wo neben aller Weltoffenheit leider auch neuer Antisemitismus und Antiislamismus, alter Rassismus und Fremdenfeindlichkeit das Bild bestimmen – und auch Ansätze unterschwelliger Beeinflussung (auch der christlichen) Jugend durch den IS (Islamischer Staat) existieren.

Die Inszenierung mit den Jugendlichen ganz unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Prägung soll auf allen Seiten Aufklärung, Annäherung und gegenseitiges Verständnis fördern. Es entsteht jeweils eine Fortsetzung, bei der das Textbuch wesentlich durch Äußerungen, Stellungnahmen und Positionierungen der Teilnehmer/innen mitbestimmt wird. Darüber hinaus spiegelt es sowohl die politische Situation im Allgemeinen als auch die Lage der Jugendlichen im Speziellen, 2017 z. B. die aktuellen antisemitischen Vorfälle an Berliner Schulen oder die Spaltung der muslimischen Gemeinde durch das Referendum des türkischen Präsidenten Erdogan.

Die Figuren und die Handlung des Theaterstücks werden von 15 Jugendlichen, 9 professionellen Schauspielern, zwei Musikgruppen, einer Dramaturgin und einer Regisseurin entwickelt.

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Musik spielt eine wichtige Rolle: Instrumentalisten, die zunächst traditionell entweder Klezmer- oder orientalische Musik spielen, werden nach und nach ihre Klangfarben so mischen, dass schließlich ein buntes akustisches Bild entsteht, bei dem auch die Akzente der aktuellen Musik, die die Jugendlichen in den Clubs hören, hörbar integriert werden. So entsteht schließlich ein gemeinsamer Klangkörper, der schon auf der sinnlichen Ebene die bereichernde Vielfalt erleben lässt. Denn Musik muss man erst hören und spüren, bevor man darüber diskutieren kann. Den Abschluss der 10 Veranstaltungen feiert das Ensemble mit den Musikern unterschiedlicher Stilrichtungen mit einem Konzert. Der musikalische Leiter des Projekts, Alexander Gutman, komponiert aktuell mit den Jugendlichen eigens eine Hymne für die dritte Folge von „Shalom – Salam: wohin?“.

Das aktuelle Zeitgeschehen, das den Hintergrund unserer Geschichte liefert, wird zudem durch Projektionen von Medienberichten über Demonstrationen und Ereignisse eingebunden.

Handlung

Ein Wohnhaus in Berlin-Schöneberg: Hier leben drei Familien – eine muslimische, eine jüdische, eine christliche – in ruhigen Verhältnissen mit- oder eher nebeneinander, bis erste Spannungen auftreten. Nach der Belegung der Turnhalle mit Flüchtlingen eskalieren die Spannungen in der Hausgemeinschaft, angefacht durch Medien und Meinungsunterschiede und das Engagement der christlichen Tochter in dem Heim.

Was bisher geschah

Die muslimische Tochter verliebt sich in den jüdischen Sohn. Die christliche Familie sympathisiert teilweise mit rechtslastigen Bewegungen. Die Jugendlichen tragen ihre Differenzen in ihrem Club aus, wo es fast zu Gewalttätigkeiten kommt.

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Und auch die Stimmung im Mietshaus eskaliert zusehends: Plötzlich werden fremde Küchengerüche zum Problem, fremde Klänge zum Konfliktstoff und Fragen der Weltpolitik zum Stoff für den Zoff im Treppenhaus.

Die Eltern des Paares mißbilligen die Beziehung, verbieten ihren Kindern jeweils den Umgang mit dem anderen. Der jüdische Junge wird aus diesem Grund für ein Jahr als Austauschstudent nach Amerika geschickt. Die Liebe überdauert das Trennungsjahr, so daß die alten Konflikte wieder aufbrechen. Auch die deutsche Familie ist gespalten. Einerseits durch den abtrünnigen Sohn, der von IS-Soldaten ausgebildet wurde und nun geläutert in die Gesellschaft zurückfinden muß, andererseits durch die Mutter, die eine radikal-konservative Weltanschauung vertritt.

Für alle Jugendlichen ist es da nicht leicht, sich nicht von der Weltsicht und den festgefahrenen Feindbildern der Elterngeneration vereinnahmen zu lassen. Das Finden einer eigenen, persönlichen und reflektierten Position ist schwere Arbeit...

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Zielsetzung des Projekts

Das Projekt bietet eine Gelegenheit für Jugendliche, durch Begegnung, ihnen unbekannte Religionen kennen zu lernen. Es wird deutlich, dass vielen Muslimen das Judentum total fremd ist und umgekehrt genau so. Nicht zuletzt hat auch die christliche Gruppe kaum Wissen vom muslimischen und vom jüdischen Glauben und von der anderen Kultur.

„Shalom – Salam: wohin?“ soll mehr Klarheit vermitteln, um Vorurteile abzubauen. Es ist auch eine Chance, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, dem „Gegner” gegenüber ihre Meinung und ggf. ihre Nichtakzeptanz zu äußern, darüber zu diskutieren und die Meinungsverschiedenheiten so zu relativieren. Das Theaterstück öffnet ein Fenster, das einen echten Einblick in die verschiedenen Religionen und Kulturen ermöglicht. Unterschiede, Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten können erkannt und Ängste und Vorurteile abgebaut werden. Dieses ist dem Projekt in den ersten beiden Jahren bereits sehr gut gelungen, denn es entwickelten sich Freundschaften zwischen den Jugendlichen verschiedener Glaubensrichtungen. Viele Schulklassen haben die Vorstellungen angeschaut und hatten im Anschluss Gelegenheit, mit den jungen Akteuren über ihre Erfahrungen und Sichtweisen zu diskutieren. Daraufhin gab es sogar spontane Bewerbungen von einigen muslimischen Schülern für die aktuelle Vorstellungsreihe 2017.

Eine Diskussionsrunde wird nach jeder Aufführung von „Shalom – Salam: wohin?“ angeboten.

 

Brief von Reinhard Stuth, Kultursenator a.D. Hamburg an Frau Bundesministerin Manuela Schwesig vom 16. November 2015.

...von ganzem Herzen danke ich Ihnen dafür, dass Ihr Haus die TheaterproduktionShalom Salam Wohin“ des Jüdischen Theaters Berlin unterstützt. Die Premiere am 12. November war ein Leuchtfeuer. Jüdische, muslimische und christliche Jugendliche spielten unter der klugen Leitung von Dan Lahav mit heiligem Ernst. (…) Ein Zeugnis von der moralischen Kraft junger Menschen.“

 

Wir bedanken uns beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dessen Programm „Demokratie Leben!“ für die freundliche Unterstützung unseres Projektes.

Interkulturelles Theater-Projekt
Shalom – Salam, wohin?
Idee: Dan Lahav

Buch und Projektleitung: Alexandra Julius Frölich

Regie: Hermann Höcker
Marketing und Presse: Bettina Exner
Technik und Bühnenbild: Peter J. Werner
Musikalische Leitung: Alexander Gutman 
Grafik: Peter Werner


Eine Produktion des Fördervereins für deutsch-jüdische Theatervorstellungen e.V.

© 2018 by Förderverein für deutsch-jüdische Theatervorstellungen e.V. – Sämtliche Rechte vorbehalten – 

Künstlerische Leitung: Alexandra Julius Frölich

Telefon: 0170/410 95 03

Marketing und Presse: Bettina Exner

Telefon: 0176/72261305  

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